Bellottos Ansichten von Schloss Hof führen seine Überlegungen zu Glanz und Elend fort. 1725 bis 1729 hatte Prinz Eugen von Savoyen diesen aus dem 17. Jahrhundert stammenden Wehrbau umgestalten lassen. Hunderte Arbeiter, Gärtner und Handwerker waren beschäftigt worden, darunter viele von Eugens zurückkehrenden Soldaten. Das Anwesen ging später an seine Nichte und wurde 1755 von Franz Stephan und Maria Theresia gekauft. Bellottos drei große Gemälde des Schlosses zeigen den Garten, den Ehrenhof und die Nordseite. In der Gartenansicht erscheinen Aristokraten, Gärtner und verarmte Figuren in einer von rhythmisch erhöhten Terrassen, Wasserspielen und formgeschnittenen Bäumen geometrisch geordneten Landschaft. In der Ansicht des Ehrenhofs lassen Adelige, Bedienstete und Landstreicher höfische Pracht und Alltag verschmelzen, während jene der Nordseite den befestigten Baukörper des Schlosses betont, dessen Terrassen an eine über der Flussebene thronende Grenzfeste erinnern.
Ansicht von Schloss Hof, Gartenseite
Kunsthistorisches Museum
Ansicht von Schloss Hof, Ehrenhofseite
Kunsthistorisches Museum
Schloss Hof, Ansicht von Norden
Kunsthistorisches Museum