Bellotto zeigt hier die Festung Theben/Devín am Zusammenfluss von March und Donau, die die – in den Osmanenkriegen einst umkämpfte – Grenze zu Ungarn markierte. Eine Diagonale lenkt den Blick links hinauf; die Ebene rechts gibt den Blick frei auf Schloss Hof am Horizont. Im Vordergrund harrt eine verarmte Familie in einem Zelt – ein Bild von Not statt arkadischem Charme. Der verkürzte Arm des Mannes lässt auf einen verletzten Veteranen schließen – vielleicht ein Hinweis auf die Bemühungen Prinz Eugens, im Krieg verwundeten Soldaten Arbeit zu verschaffen. Wie in kaum einem anderen Werk thematisiert Bellotto hier Ruin und Verletzlichkeit; womöglich auch ein Hinweis auf seine eigene prekäre Lage. Aus Dresden geflüchtet, von seiner Familie getrennt und ohne Hofanstellung war er – wie sein Onkel Canaletto – mit Finanznöten konfrontiert.

1054
1054
Bellotto

Die Ruine Theben/Devín an der March

1759/60
Kunsthistorisches Museum