Dieser Jadering wurde in der Mitte kunstvoll durchtrennt, sodass beim Auseinandernehmen zwei ineinandergreifende, verschachtelte Ringe entstehen – eine äußerst raffinierte Konstruktion. Auf der Innenseite befindet sich das eingravierte Gedicht: „Ode an den sich öffnenden und schließenden Jadering“ von Kaiser Qianlong:

In geschlossenem Zustand: nahtlos wie ein himmlisches Gewand.
Getrennt: verbunden wie die zarten Flügel einer Zikade.
Anfang oder Ende zu finden – unmöglich.
Farbe und Form – die Frage nach Ursache und Wirkung.
Auf den ersten Blick ein Jadestück aus Meisterhand Doch nicht anders als ein Gespräch der Weisen über Zen.
Staub bedeckt die sterbliche Welt, doch bergen diese Verse Wärme Man bedenke sie, ohne sich von Gefühlen fesseln zu lassen.

Der mit Tiermasken verzierte Jadering imitiert das Tier-maskenmotiv der Liangzhu-Kultur (ca. 3300–2300 v. Chr.). Bereits in der Song-Dynastie wurden solche antike Liangzhu-
Jadeobjekte ausgegraben. Sie wurden in den Dynastien Song, Yuan, Ming und Qing häufig nachgeahmt. Der Gelehrte Zhu Derun (1294–1365) der Yuan-Zeit bezeichnete diesen Typus in seinem Werk „Illustrationen antiker Jade“ als „Chī Yóu-Ring“, benannt nach dem Mythischen Wesen Chiyou.

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乾隆御题白玉合璧连环
Doppelring aus weißer Jade mit Inschrift des Kaisers Qianlong

Qing-Dynastie, Regierungsperiode Qianlong (1736–1795)
Durchmesser: 7,6 cm, Stärke: 1,8 cm
Jade