Die Aufklärung förderte die akkurate Vermessung der Welt. Auch Bellottos Ansichten spiegeln diesen Anspruch wider. Wie zeitgenössische Landvermesser und Kartografen nutzte Bellotto hochgelegene Aussichtspunkte, Nivellierinstrumente und geometrische Projektionen, um die moderne Stadt präzise zu dokumentieren. An Joseph Liesganigs triangulierter Karte der Umgebung von Wien ist zu sehen, dass auch Kartografen Raum in visuelles Wissen übersetzten. Sie nutzten hierfür Instrumente, wie das hier gezeigte Graphometer, oder Visiertafeln, wie vom kaiserlichen Kartografen Giovanni Jacopo de Marinoni in De re ichnographica (1751) abgebildet. Obwohl nicht streng topografisch, gehören Bellottos Gemälde doch derselben Welt von Beobachtung und Kalibrierung an.

1025
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Georg Friedrich Brander

Graphometer

Augsburg, 1750/80
Technisches Museum Wien
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Giovanni Jacopo de Marinoni

De re ichnographica […]

Wien, 1751
Österreichische Nationalbibliothek, Wien
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Joseph Liesganig (zugeschrieben)

Carte des Triangles qui ont servis a déterminer la Position de plusieurs Lieux aux environs de Vienne

ca. 1761
Österreichische Nationalbibliothek, Wien