Bellottos empirische Beobachtung nahm ihren Anfang in Venedig, wo Glasmacher Linsen für Mikroskope, Teleskope und Camerae obscurae fertigten. Bis 1760 hatte auch Wien sich zu einem wissenschaftlichen Zentrum entwickelt. Die reformierte Universität, die Astronomie der Jesuiten und medizinische Neuerungen unter dem kaiserlichen Leibarzt Gerard van Swieten förderten ein Umfeld, in dem optische Geräte und empirische Methoden weithin geschätzt wurden. Bellotto würdigte den Universitätsbezirk in zwei Ansichten, die das Jesuitenkolleg und die neue Aula mitsamt ihrer Sternwarten zeigen. Er setzte dabei auf genaue Beobachtung und folgte damit Francesco Algarotti – einem venezianischen Universalgelehrten und Bekannten Canalettos –, der Malern empfahl, die Natur wie ein Wissenschaftler zu studieren.

1028
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Bellotto

Die Dominikanerkirche in Wien

1759/60
Kunsthistorisches Museum
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Bellotto

Der Universitätsplatz in Wien

1759/60
Kunsthistorisches Museum
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Franz Xaver Messerschmidt

Gerard van Swieten

1770/72
Kunsthistorisches Museum
1031

Mikroskop

Wien, ca. 1750
Leica Microsystems GmbH
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Jesse Ramsden

Handfernrohr, dreizügig

London, 1760/90
Technisches Museum Wien