Bellottos empirische Beobachtung nahm ihren Anfang in Venedig, wo Glasmacher Linsen für Mikroskope, Teleskope und Camerae obscurae fertigten. Bis 1760 hatte auch Wien sich zu einem wissenschaftlichen Zentrum entwickelt. Die reformierte Universität, die Astronomie der Jesuiten und medizinische Neuerungen unter dem kaiserlichen Leibarzt Gerard van Swieten förderten ein Umfeld, in dem optische Geräte und empirische Methoden weithin geschätzt wurden. Bellotto würdigte den Universitätsbezirk in zwei Ansichten, die das Jesuitenkolleg und die neue Aula mitsamt ihrer Sternwarten zeigen. Er setzte dabei auf genaue Beobachtung und folgte damit Francesco Algarotti – einem venezianischen Universalgelehrten und Bekannten Canalettos –, der Malern empfahl, die Natur wie ein Wissenschaftler zu studieren.
Die Dominikanerkirche in Wien
Kunsthistorisches Museum
Der Universitätsplatz in Wien
Kunsthistorisches Museum
Gerard van Swieten
Kunsthistorisches Museum
Mikroskop
Leica Microsystems GmbH
Handfernrohr, dreizügig
Technisches Museum Wien