Nach der osmanischen Belagerung von 1683 erlebte Wien einen Bauboom. Während Befestigungsanlagen die Innenstadt noch einengten, entstanden in den Vororten neue Paläste und Gärten – darunter das Gartenpalais Liechtenstein, das Bellotto als Bühne aristokratischer Selbstdarstellung porträtierte. Mit Terrassen, Skulpturen und Gärten bildet das Palais die Kulisse für vornehme Figuren, deren elegante Gesten zeitgenössische Ideale von Disziplin und Anmut verkörpern. Diese zur Schau gestellte Kultiviertheit war jedoch von Ungleichheit geprägt. Der schwarze Pagenjunge in einem der Bilder erinnert an 
die Präsenz von Afrikanern in den Kreisen der Wiener Elite – darunter der gelehrte Angelo Soliman im Dienst des Fürsten Liechtenstein. Aristokratische Repräsentation beruhte also nicht nur auf Verfeinerung, sondern auch 
auf Unterwerfung.

1033
Salomon Kleiner

Das Belvedere im Garten des Palais Liechtenstein in der Rossau

1737
LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna
1034
Bishop nach Joseph Emanuel Fischer von Erlach

Das Gartenpalais Liechtenstein in der Rossau, mit Ansicht des Parks und des Belvederes

1747
LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna
1035
1035
Bellotto

Das Gartenpalais Liechtenstein in Wien von Osten

1759/60
LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna
1036
Bellotto

Das Gartenpalais Liechtenstein in Wien vom Belvedere

1759/60
LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna
1037
Johann Gottfried Haid

Angelus Solimanus

nach Johann Nepomuk Steiner
1760/65
LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna