Bellotto kam im Jänner 1759 in Wien an. Er blieb zwei Jahre, bis Anfang 1761. Zu dieser Zeit war Wien das politische und kulturelle Zentrum der Habsburgermonarchie, wo Kaiser Franz I. Stephan und Maria Theresia inmitten von Kriegswirren die Macht der Dynastie zu festigen suchten. Bellotto malte hier Paläste, Plätze sowie religiöse und wissenschaftliche Einrichtungen. Seine Ansichten von Schönbrunn zeigen die vorstädtische Kaiserresidenz auf dem Höhepunkt ihrer Pracht. Auf dem Vorplatz versammeln sich Höflinge und Diener, als Graf Kinsky in seiner Kutsche eintrifft, um die Nachricht vom Sieg Österreichs über Preußen bei Kunersdorf 1759 zu überbringen. Bellotto verbindet hier Veduten- und Historienmalerei und verwandelt so die Leinwand in politisches Theater. Entstanden zu einer Zeit, als der Siebenjährige Krieg (1756–1763) den Hof schwer belastete und Bellottos Familie Dresdens Belagerung erdulden musste, zählt dieses Gemälde zu seinen wichtigsten Wiener Werken. Zweifellos hoffte er, in der Residenzstadt zum Hofmaler ernannt zu werden, jedoch ohne Erfolg.

1019
Matthäus Donner

Kaiserin Maria Theresia

1750
Kunsthistorisches Museum
1020
Matthäus Donner

Kaiser Franz I. Stephan

1750
Kunsthistorisches Museum
1021
1021
Bellotto

Schloss Schönbrunn, Ehrenhofseite

1759/60
Kunsthistorisches Museum