1747 zog Bellotto von Venedig nach Dresden – ein Jahr, nachdem sein Onkel nach England gegangen war. Er wurde Hofmaler bei August III., Kurfürst von Sachsen und König von Polen. Bellotto erhielt ein großzügiges Gehalt und schuf gefeierte Stadtansichten für die königliche Sammlung. Für private Auftraggeber fertigte er kleinere Versionen, von denen hier zwei zu sehen sind. Sie zeigen die barocke Silhouette Dresdens mit der Augustusbrücke, der lutherischen Frauenkirche und der neu errichteten katholischen Hofkirche. Wie Canaletto verfeinerte auch Bellotto seine Bilder zu idealen Kompositionen: Er manipulierte die Proportionen der Frauenkirche, um sie seinen Bedürfnissen anzupassen, und stellte die Hofkirche mit Turm dar, obwohl dieser noch in Bau war. Bellottos blühendes Jahrzehnt endete abrupt, als preußische Truppen 1756 in Dresden einmarschierten. Der Künstler brach Anfang 1759 in Begleitung seines Sohnes nach Wien auf, um neue Gönner zu suchen. Seine Frau und Töchter ließ er im umkämpften Dresden zurück.

1017
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Canaletto

Dresden vom rechten Elbufer, unterhalb der Augustusbrücke

ca. 1750
National Gallery of Ireland, Dublin
1018
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Canaletto

Dresden vom rechten Elbufer, oberhalb der Augustusbrücke

ca. 1750
National Gallery of Ireland, Dublin