Um Präzision zu erreichen, nutzten Vedutenmaler optische Geräte wie die Camera obscura, die eine Ansicht durch eine Linse auf eine flache Oberfläche projizierte und so ein Abpausen ermöglichte. Im 18. Jahrhundert nahm das Interesse an der Optik stetig zu, befördert durch Schriften, die das menschliche Auge mit einer Kamera verglichen – darunter jene des englischen Physikers Isaac Newton.
Canaletto besaß möglicherweise die hier gezeigte Kastenkamera (auf der sein Name aufgeprägt ist), obwohl er wohl häufiger mit kabinen- oder zeltförmigen Kameras arbeitete, wie sie in Denis Diderots Encyclopédie abgebildet sind. Trotz solcher Hilfsmittel verfeinerte Canaletto das Abgepauste stets mit seiner eigenen Erfindungsgabe: Er verschob Gebäude, passte Proportionen an und kombinierte mehrere Blickwinkel zu einer stimmigen Szenerie.
Camera obscura
Beschriftung: »A. CANAL«
Fondazione Musei Civici di Venezia, Museo Correr
Encyclopédie
Österreichische Nationalbibliothek, Wien