Diese Vase besitzt eine charakteristische Mündung, die an eine Knoblauchknolle erinnert – daher die Bezeichnung „Knoblauchhalsvase“ (Suàntóu píng 蒜头瓶). Ihre Form geht auf Bronzegefäße aus der Han-Dynastie zurück.

Die Oberfläche ist vollständig bemalt: Zunächst wurde ein feines Rollrankenmuster in Gold als Grunddekor aufgetragen. Darauf folgen mit Emaillefarben und Eisenoxidrot gemalte Rankenblumen, bei denen besonders die Licht- und Schattenwirkung von Blütenblättern und Blättern hervorgehoben sind – ein deutlich erkennbarer Einfluss europäischer Maltechniken.

Auf der Bodenunterseite befindet sich in Siegelschrift die Marke: „Hergestellt in der Qianlong-Periode“. Die hier verwendete Emaillemalerei über der Glasur ist eine Technik, die stark durch europäische Emaillemalerei auf Kupfer beeinflusst wurde. Diese Technik, im Chinesischen „yangcai“ („westliche Farben“) genannt, entstand erstmals in den kaiserlichen Werkstätten zur Zeit des Kaisers Kangxi und wurde während der Regierungsperioden Yongzheng und Qianlong weiterentwickelt. Diese Vase entspricht stilistisch den in den kaiserlichen Archiven erwähnten sogenannten yangcai-Porzellanen.

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洋彩花卉纹蒜头瓶
Knoblauchhalsvase mit Blumenornament in Emailleglasur

Qing-Dynastie, Regierungsperiode Qianlong (1736–1795)
Höhe: 18 cm, Mündungsdurchmesser: 2,6 cm,
Durchmesser Fuß: 5,5 cm
Porzellan